
Im März 2022 haben mich die Rüeschlikerinnen und Rüeschliker ins Gemeindepräsidium gewählt – ein vielfältiges und schönes Amt! Als Gemeindepräsident stehe ich dem Gemeindevorstand vor, der seinerseits die strategische Planung und die politische Führung der Gemeinde verantwortet. Ausserdem gehören die Bereiche Kultur, Kommunikation und Personal zum Präsidialressort, sowie die Gemeindeführung in ausserordentlichen Lagen. Zuvor war ich während acht Jahren als Finanzvorstand und während vier Jahren als Infrastrukturvorstand tätig.
Am 8. März 2026 stelle ich mich zur Wiederwahl, zusammen mit den Kandidierenden für den Gemeinderat Simon Egli, Christina Spoerry und Matteo Pintonello (im Bild v.l.n.r.)
Mehr Informationen dazu finden Sie auf: https://www.rueschlikon.ch/legislaturziele
Die beiden Teilprojekte werden den strategisch und raumplanerisch wichtigen Zentrumsbereich rund um den Bahnhof nachhaltig prägen – es ist deshalb nicht übertrieben, von einem «Generationenprojekt» für unsere Gemeinde zu sprechen. Wie unschwer zu übersehen ist, stehen wir in der anspruchsvollen Realisierungsphase. Gegen Ende 2026 werden die ersten Hochbauen bezugsbereit sein. Auch der Weingartenpark wird bald der Öffentlichkeit übergeben.
Ab Mitte der 2010er Jahre setzte denn ein behutsamer aber stetiger, und vor allem: unaufgeregter Diskussions- und Meinungsbildungsprozess ein, der schlussendlich zu den vorliegenden, breit abgestützten Projekten führte: 2017 genehmigte die Stimmbevölkerung einen Gestaltungsplan, 2020 folgte ein deutliches Ja zur Neugestaltung des Bahnhofplatzes, dem Weingartenpark und einer neuen Unterführung. 2021 wurde der Verpflichtungskredit zur Realisierung des Projekts «Bahnhof Süd» (6 Hochbauten mit preisgünstigen Wohnungen und Flächen für Gewerbe und Nahverteiler) mit überwältigendem Mehr bewilligt. Im Dezember 2024, schliesslich, stimmte die Gemeindeversammlung einem Objekttausch mit der Post zu. Somit wird die Postfiliale in die Überbauung "Bahnhof Süd" ziehen - bei der alten Post gibt es Planungshoheit und Raumreserve für die Gemeinde.
Der Spatenstich ist erfolgt. Ab 2026 werden die ersten Teilprojekte fertiggestellt sein. Der neue Bahnhofplatz folgt 2027.
Rüschlikon gehört zu den steuergünstigsten Zürcher Gemeinden – und dies soll auch so bleiben! Deshalb hat sich der Gemeinderat zum Ziel gesetzt, die Steuern auch in Zukunft tief zu halten. Mit 75% gehört unser Steuerfuss nach wie vor zu den attraktivsten im ganzen Kanton.
Rüschlikon gehört zu den einkommens- und vermögenstärksten Gemeinden. Dies führt zu einer hohen Steuerkraft – und zu hohen Zahlungen in den kantonalen Finanzausgleich. Die Transferzahlungen sind unser mit Abstand grösster Ausgabenposten. Deshalb sind auch in einer vermögenden Gemeinde stetige Anstrengungen nötig, um den Aufwand im Griff und den Haushalt im Lot zu halten. Weiter hängt der Steuerfuss von der Entwicklung des Steuersubstrats ab, d.h. in erster Linie vom Einkommen und Vermögen, das unsere Bewohnerinnen und Bewohner in ihrer Steuererklärung deklarieren. Dieses ist, wie auch der Gewinn der hiesigen Unternehmen, starken Schwankungen unterworfen. Diese Volatilität macht die Finanzplanung um so anspruchsvoller - auch wenn Rüschlikon kürzlich erneut die höchste Steuerkraft aller Zürcher Gemeinden ausweisen konnte.
Als „Aufwand“ gelten in der Jahresrechnung die Kosten, die anfallen, um den Gemeindebetrieb aufrecht zu halten. Dies sind etwa die Löhne des Personals, Aufwendungen für Materialien, Dienstleistungen, externe Expertisen u.s.w. Die Einnahmeseite besteht im Wesentlichen aus Steuern. Mittelfristig müssen Aufwand und Ertrag im Gleichgewicht sein. Andernfalls lebt die Gemeinde über ihre Verhältnisse.
Der Aufwand hat in öffentlichen und privaten Organisationen eine Tendenz, ständig anzusteigen – wenn nicht tagtäglich eine Kultur des Kostenbewusstseins gelebt und breit mitgetragen wird. Weiter müssen die Ausgaben im Budgetierungsprozess kritisch hinterfragt werden. Dies gelingt uns in Rüschlikon recht gut. Der Pro-Kopf-Aufwand der Kernverwaltung ist seit Jahren in etwa stabil. In der Schule führen höhere Schüler- und Klassenzahlen, und eine sehr stark beanspruchte Tagesbetreuung zu höheren Kosten. – Dem Aufwand steht der Ertrag gegenüber. Dieser ist in Rüschlikon ausserordentlich volatil. Dies hat mit der überdurchschnittlich marktnahen Struktur unserer Gemeinde zu tun: Ausschläge in der Wirtschaft und isolierte Sondereffekte machen sich immer wieder in der Jahresrechnung bemerkbar. Somit sollen uns punktuelle Defizite nicht den Schlaf rauben, und kurzfristige Überschüsse nicht zu Übermut verleiten. Handlungsbedarf besteht, wenn sich strukturelle Ungleichgewichte abzeichnen. Diesen muss frühzeitig vorgebeugt werden.
In Sachen Elektromobilität war Rüschlikon «ahead of the curve» - oder eben: dem Trend voraus. Bereits 2012 hat die Werkkommission unter dem Präsidium des damaligen Infrastrukturvorstands Fabian Müller die ersten elektrisch betriebenen Fahrzeuge angeschafft. Auf den ersten PKW folgte ein Elektro-Kleintransporter. Die Umrüstung der Flotte wird seitdem konsequent fortgesetzt: die Werk- und die Liegenschaftenabteilung haben ihre Benziner und Diesler im Zuge der regulären Erneuerung mit Elektrofahrzeugen ersetzt. Personen- und kleinere Sachtransporte werden nun CO2-neutral und praktisch geräuschlos getätigt.
Leiser, leichter und energieeffizienter sind auch die Gerätschaften: Rüschlikon hat die benzingetriebenen gemeindeeigenen Laubbläser schon längst aus dem Siedlungsgebiet verbannt durch schonendere Elektrogeräte ersetzt. Diese können mit einem entsprechenden Zusatz übrigens auch als Heckenscheren eingesetzt werden. Die Polizei, ihrerseits, hat Elektrovelos eingekauft. Der Investitionsplan sieht im Rahmen der regulären Flottenerneuerung die Anschaffung weiterer naturstromgetriebener Fahrzeuge vor.
2011 wurden die ersten Gemeindestrassen auf die energieeffiziente Technologie umgerüstet. Die vom damaligen Werkvorstand Fabian Müller initiierte Umstellung hat sich bewährt. Mittlerweile werden alte Leuchten systematisch mit LED-Kandelabern ersetzt. Am Burain konnte 2016 die erste Anlage mit bedarfsgerechter Steuerung in Betrieb genommen werden. Die Umrüstung geht weiter.
Die LED-Technologie entwickelt sich rasant. Somit können Jahr für Jahr noch energieeffizientere Geräte der jüngsten Generation eingesetzt werden. Mittlerweile werden LED-Leuchten installiert, die, wenn gewünscht und nötig, auf bedarfsgerechte Steuerung umgerüstet werden können. Das Bundesamt für Energie fördert solcherlei Massnahmen mit dem Energiepreis Watt d'Or.
Rüschlikon ist seit 2014 Energiestadt. Dieses Label steht für eine nachhaltige Energiepolitik. Der damalige Werkvorstand Fabian Müller präsidierte den ersten Rüeschliker Energieausschuss. In der Zwischenzeit wurde die Gemeinde mehrmals erfolgreich rezertifiziert. Die Anstrengungen gehen weiter. Der grösste Beitrag zur Co2-Reduktion und für das Klima wird dereinst vom geplanten Seewasser-Wärmeverbund ausgehen.
Die Gemeinde hat sich 2011-2014 in Sachen Energie recht zügig fit getrimmt: Innert dreier Jahren konnte sich Rüschlikon in der einschlägigen Skala von 40% auf 57% Energiestadt-Punkte hocharbeiten. Wie es dazu kam? Als erstes wurden Grundlagen erarbeitet, dann Massnahmen definiert. So verabschiedete der Gemeinderat etwa Gebäudestandards, die über die Vorgaben des Energiegesetzes hinausgehen.
Für sämtliche 73 Gemeindeliegenschaften wird eine Energiebuchhaltung geführt.
Nach der Aufbauarbeit werden die Resultate sichtbar. So ist es in verschiedenen Gemeindeliegenschaften gelungen, den Energiekonsum um bis zu 40% zu verringern. Laut Minergiekataster ist Rüschlikon unter den Top 20 der Zürcher Gemeinden mit zertifizierten Wohnflächen. Nun muss auf dem Erreichten aufgebaut werden. Im Rahmen der Rezertifizierungen wurden amitiöse Massnahmenpläne entwickelt. Rüschlikon bleibt seinem Engagement für die Umwelt und das Klima also treu. Wenn auch Sie Ihre Liegenschaft energetisch auf den neuesten Stand bringen wollen, steht Ihnen der Energieberater der Gemeinde, Daniel Zbinden, gerne zur Verfügung (info@rwind.ch).
Rüschlikon lässt sich nicht auf das Siedlungsgebiet zwischen Kilchberg und Thalwil reduzieren. Oberhalb der Autobahn beginnt unsere grüne Oase. Als Forstvorstand konnte ich den Betriebsplan 2011-2021 des Gemeindewaldes mitprägen. Zehn Jahre... Die Resultate der Waldpflege entfalten sich oft erst nach Jahren oder Jahrzehnten... Der bestandesschonende Ansatz wird auch heute weitergeführt.
Ein stattlicher Gemeindewald von 60 Hektaren erstreckt sich über den Zimmerbergrücken bis hinunter zur Sihl. Im Längimoos lichtet er sich und gibt Platz für zwei landwirtschaftliche Betriebe und eines der wohl beliebtesten Naherholungsgebiets in Stadtnähe. Der Rüschliker Betriebsplan folgt den Prinzipien des stufigen Mischbestands und der naturnahen Waldbewirtschaftung. Diese ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Nutzungsform ist vor allem auf die Entnahme „reifer“ Einzelbäume ausgereichtet. Die Verjüngung des Waldes erfolgt durch die Schaffung kleinflächiger Lichtschächte.
Die Bepflanzung des öffentlichen Raums gehört zu den dankbaren Aufgaben einer Gemeinde. Es gibt kaum jemand, der sich nicht an den Blumen, Bäumen und Sträuchern erfreut. Zwar verfügen wir nicht über eine eigene Gemeindegärtnerei – doch das Personal der Werkabteilung ist geschult und mit Herz und Seele am Werk. Man sieht’s den öffentlichen Rabatten, Beeten und Blumentrögen an...
Der Einsatz für die Biodiversität ist Fabian Müller seit je her eine Herzensangelegenheit: gehörten doch diverse Bepflanzungen mit über 100 verschiedenen Arten 2010, im Jahr der Biodiversität, quasi zu den ersten Amtshandlungen des jungen Werkvorstands. Jahre später entfalten sich die Pflanzen in voller Pracht. Auch später hat die Gemeinde immer wieder Neupflanzungen getätigt: etwa im Strassenraum mit Tulpenbäumen, einem Magnoliengewächs. Besonders stolz können wir natürlich auf die Bepflanzung der Seeuferanlagen sein. Unter der umsichtigen Ägide unserer Bauvorständin Romaine Marti entstand mit dem Rosengarten bei der Schiffstation eine neue Visitenkarte Rüschlikons.
Die Gemeinde stellt, zusammen mit ihren Partnern, ein vielfältiges und qualitativ hochstehendes Bildungsangebot zur Verfügung. Der Betrieb der Primar- und der Sekundarschule (Campus Moos) sowie der Kindergärten bildet dabei das Herzstück. Zum Bildungsangebot gehören auch die Bibliothek, die Musikschule und die für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders wichtigen Bereiche Tagesbetreuung und Kinderkrippe.
Die Verantwortung für das Bildungsangebot teilen sich verschiedene "player". So ist etwa die Schulpflege für die Aufsicht der Primarschule und den Vollzug der diesbezüglichen kantonalen Erlasse zuständig. Eine dedizierte Sekundarschulkommission beaufsichtigt den Campus Moos. Doch auch der Gemeinderat ist in der Pflicht: schliesslich machen die Bildungsausgaben sowohl in der Investitions- wie auch in der Erfolgsrechnung der Gemeinde einen Löwenanteil aus. Das Bekenntnis des Gemeinderats zu einem starken Bildungsstandort ist hinlänglich bekannt. So investiert Rüschlikon anhand einer strategischen Schulraumplanung gezielt in die Bildungsinfrastruktur. Mit der Einführung von Gutscheinen für die Kinderbetreuung stellt er ein Instrument zur Verfügung, das zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf ganz konkret beitragen kann. Dieses Angebot wurde auf Krippenplätze auch ausserhalb des Gemeindegebiets ausgeweitet.
Rüschlikon verfügt über ein nicht zu unterschätzendes Kulturangebot und ein ansehnliches Vereinsleben. Dies ist für den gesellschaftlichen Zusammenhalt essentiell. Zudem werden, teils ganz im Stillen, tausende von Stunden an wertvoller Freiwilligenarbeit geleistet. Auch dies ist für die Bindungen im Dorf, den «lien social», von allergrösster Wichtigkeit.
Rüschlikons Vereinsliste zählt 84 Einträge. Auch wenn jeder Verein selbst dafür verantwortlich ist, seinen Mitgliedern ein attraktives Programm zu bieten – die Gemeinde steht mit Rat und Tat zur Verfügung, koordiniert und unterstützt, wo sie kann. So ist sie etwa stets bemüht, zusammen mit den Vereinen eine attraktive Chilbi zu organisieren, stellt das Vereinslokal «Bahnhüsli» zur Verfügung oder publiziert den Vereinsflyer auf dem Internet.
Mit dem Verein kulturüschlikon konnte eine Dachorganisation geschaffen werden, welche das kulturelle Leben in Rüschlikon unterstützt, vernetzt und besser bekannt macht. Regelmessig werden die mittlerweile gut etablierten und beliebten Kulturtage Rüschlikon durchgeführt. Die Werner-Weber-Stiftung kuratiert derweil den gemeindeeigenen Bestand an Kunstwerken. Das Ortsmuseum trägt verschiedene Aspekte der Gemeindegeschichte und der Gegenwart, attraktiv aufbereitet, in die Schule und die breite Öffentlichkeit. (Bild: Ausstellung Isabelle Dillier, kulturüschlikon)
Im Gemeindehaushalt gibt es einige Ausgaben, die sich einer mechanischen Kosten/Nutzen-Rechnung entziehen. Eher sind sie Ausdruck einer gewissen Haltung. Es sind dies etwa Zuwendungen an unsere Vereine und kulturelle Einrichtungen sowie die Unterstützung von Partnergemeinden im Alpenraum.
Seit vielen Jahren unterstützt die Gemeinde Rüschlikon Gemeinden in den Berggebieten der Schweiz. 2018–2022 unterstützte Rüschlikon die Bürgergemeinde Dalpe TI. Zu Dalpe besteht über den Ferienkolonieverein Rüschlikon bereits eine langjährige und gute Beziehung. In der Leventiner Gemeinde konnte dank Rüschliker Unterstützung der Schutzwald «Bosco Grande» aufgeforstet werden. Ein Teil der Mittel wurde auch in das Projekt «Agriturismo Alpe Geira» eingesetzt. Im Verlauf der neuen Legislatur wird der Gemeinderat sein Engagement mit neuen Formen der Partnerschaft fortsetzen.